KRITIS Kongress am 18. März 2027
Gesundheitssicherheit und Resilienz: Die Zukunft der Gesamtverteidigung

Gesundheitssicherheit und Resilienz: Die Zukunft der Gesamtverteidigung

Die Leistungsfähigkeit eines Gesundheitswesens zeigt sich nicht nur im Alltag, sondern vor allem in der Krise. Daher steht KRITIS seit 2023 im Fokus von Gesundheitsstadt Berlin: Pandemien, Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen, Extremwetterereignisse und geopolitische Verwerfungen haben in den vergangenen Jahren deutlich gemacht, wie sehr die Versorgungssicherheit der Bevölkerung von einem widerstandsfähigen Gesundheitssystem abhängt. Krisen und Konflikte machen nicht an Zuständigkeitsgrenzen halt. Wir brauchen Strukturen, die im Alltag funktionieren und im Ernstfall belastbar sind. Dazu gehören ein leistungsfähiges Gesundheitswesen und eine verlässliche Zusammenarbeit mit staatlichen Akteuren. 

Das deutsche Gesundheitswesen ist von anhaltendem Personalmangel, Abhängigkeiten von Lieferketten, einer niedrigen Gesundheitskompetenz der Bevölkerung und einer mangelnden Verknüpfung von systemrelevanten Daten der öffentlichen Gesundheit und des Gesundheitssystems geprägt. Der KRITIS Kongress, der unter dem Motto „Gesundheitssicherheit und Resilienz: Die Zukunft der Gesamtverteidigung" steht, bringt Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Gesundheitswirtschaft und -politik, Versorgungsplanung, Bundeswehr, Bevölkerungsschutz und Wissenschaft zusammen, um gemeinsam Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit zu entwickeln. Im Zentrum stehen Spannungs- und Handlungsfelder an der Schnittstelle von medizinischer Versorgung, nationaler Sicherheit und staatlicher Handlungsfähigkeit im Krisenfall. Wie gelingt eine kohärente Krisenvorsorge, die klinische Versorgungsstrukturen, Öffentlichen Gesundheitsdienst und Katastrophenschutz miteinander verbindet? Welche Lehren lassen sich aus vergangenen Krisen ziehen, und welche strukturellen Reformen braucht das System, um künftigen Belastungen standzuhalten?

Der Kongress bietet Raum für fachlichen Austausch, konkrete Lösungsansätze und sektorübergreifende Vernetzung – mit dem gemeinsamen Ziel, die Resilienz des deutschen Gesundheitswesens nachhaltig zu stärken und den Schutz der Bevölkerung auch in außergewöhnlichen Lagen sicherzustellen. 2027 geht es um folgende Leitfragen: 

  1. Lagebild 2027: Welche hybriden und konventionellen Bedrohungsszenarien gefährden die Gesundheitsversorgung in Deutschland am stärksten – und wie realistisch ist die aktuelle Risikowahrnehmung im Gesundheitswesen?
  2. Wie resilient sind Krankenhäuser, Apotheken und medizinische Versorgungsketten gegenüber simultanen Krisen, und wo liegen die kritischsten strukturellen Schwachstellen?
  3. Wie kann die Koordination zwischen Bund, Ländern, Kommunen, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst und der Ärzteschaft im Krisenfall verbessert werden?
  4. Auf welche CBRN-Bedrohungslagen (chemisch, biologisch, radiologisch und nuklear) ist das deutsche Gesundheitswesen vorbereitet, und welche Lücken in Behandlungskapazität und Schutzausstattung bestehen?
  5. Wie abhängig ist Deutschland von internationalen Liefer- und Produktionsketten für Arzneimittel und Medizinprodukte – und wie kann strategische Autonomie ohne Abschottung erreicht werden?
  6. Welche Cybersicherheitsrisiken entstehen durch die Digitalisierung des Gesundheitswesens, und wie kann die Resilienz kritischer Gesundheitsinfrastrukturen gegen hybride Angriffe gestärkt werden?
  7. Wie gelingt die zivil-militärische Zusammenarbeit zwischen dem Sanitätsdienst der Bundeswehr und dem zivilen Gesundheitssystem in der Praxis – und wo scheitert sie?
  8. Welche Kapazitäten für Massenanfall-Ereignisse (MANV) und die Behandlung von Kriegsverletzungen müssen im zivilen Gesundheitssystem vorgehalten werden?
  9. Wie kann das Gesundheitswesen seinen erheblichen Personalbedarf im Krisenfall sichern – durch Reservisten, internationale Rekrutierung oder den Einsatz anderer Berufsgruppen?
  10. Wie können Krankenhäuser und ambulante Strukturen wirtschaftlich tragfähig in die Krisenvorsorge einbezogen werden, ohne die Regelversorgung dauerhaft zu belasten? Und wie kann der Abfluss der Patienten aus den Erstversorgungszentren in nachgeordnete Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken geregelt werden?

Der KRITIS Kongress ist eine Kooperationsveranstaltung von Gesundheitsstadt Berlin und den BG Kliniken. 

Programmüberblick

18.03.2027

Referenten

 Bennet Biskup-Klawon

Bennet Biskup-Klawon

Leiter Bonner Redaktion, Behörden Spiegel

Dr. Iris Hauth

Dr. Iris Hauth

Vorsitzende, Gesundheitsstadt Berlin e.V.

 Nico Lange

Nico Lange

Senior Fellow für die Zeitenwende-Initiative bei der Münchner Sicherheitskonferenz

Partner

Premiumpartner

Accenture Strategy & Consulting

Veranstaltungsort

Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstraße 58
10117 Berlin

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